weihnachten 2019 – er stürzt die Mächtigen vom Thron

Advent 2019: Warum wird Weihnachten – auch abgesehen von den allgegenwärtigen Werbebotschaften – inhaltlich so eng mit einem bürgerlichen Familienideal verknüpft? Selbst (oder gerade?) Menschen, die mit der christlichen Botschaft nichts anfangen können, kommen oft bei der Suche nach alternativen Feier-Formen nicht über bürgerliche Heile-Welt-Ideale hinaus. Was ist das christliche Weihnachten mehr als schöne Traditionen, Lichter, Kerzen, Gemeinschaft, Familie, Dankbarkeit, Mahnung zum Konsumverzicht – kurz: Friede, Freude, Eierkuchen? Ein Blick in zwei starke Weihnachtstexte aus der Bibel:

 

Jesaja 9, 1 – 6 | Vor dem Frieden kommt die Aufhebung von Unterdrückung

1 Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. 2 Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir freut man sich, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. 3 Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. 4 Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. 5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; 6 auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

 

Lukas 1, 46 – 55 | Er stürzt die Mächtigen vom Thron

46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn 47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. 48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. 49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. 50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. 51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; 52 er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. 53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, 55 das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. 


Einen guten Text zu den Zeilen aus dem Lukas-Evangelium findet man in der Süddeutschen bei Heribert Prantl. Der Gottesdienstbesuch in den Weihnachtstagen sei allen empfohlen: Im besten Falle findet man dort beides: schöne alte Traditionen und Lieder und den ein oder anderen Gedanken, der zu dem umstürzlerischen Ursprung der christlichen Weihnachtsfeier zurück führt.